Präventionsprogramm Sahel
Ein Projekt gefördert von BILD hilft e. V. „Ein Herz für Kinder“
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Unser Hauptanliegen im Kampf gegen Noma ist die nachhaltige Implementierung von Wissen über die Krankheit - und das auf breiter Ebene. Dafür engagieren wir uns in der uns zugewiesenen Region Sahel. Die Region liegt im Norden Burkina Fasos und umfasst 36.166 km². Das Klima ist tropisch-wechselfeucht mit einer kürzeren Regenzeit als im Rest des Landes.
Die Vegetation fehlt in den Halbwüsten des extremen Nordens fast völlig. Der Zugang zu den Gesundheitsstationen ist schwierig aufgrund der Lage der Straßen, insbesondere in der Regenzeit. Die Mehrheit der Bevölkerung muss mehr als 5 Km zu Fuß laufen, um den Zugang zu einem Gesundheitsstation zu gelangen. Im Distrikt von Sebba beträgt die Entfernung sogar mehr als 10 km für 52 % der Bevölkerung.
Informieren und Ausbilden
Elementares Präventionswissen kann Leben retten!
Ziel des Projektes "Prävention Sahel" ist, dass zukünftig in jedem Dorf ein Gesundheitsagent oder ein traditioneller Heiler in der Lage ist, die ersten Anzeichen von Noma frühzeitig zu erkennen, den Zustand des Kindes einzustufen, es zu behandeln oder bei schwerwiegender Beurteilung in ein Krankenhaus zu bringen.
Zudem sind verschiedene themenbezogene Aktionen geplant, um die breite Bevölkerung aufzuklären und zu sensibilisieren. Dazu gehören unter anderem z.B. die Produktion von Radiosendungen sowie Theater- und Filmaufführungen in den Dörfern, mit anschließendem Gesprächen.
Letztendlich wollen wir mit diesem Programm direkt und indirekt die ca. 618.000 Kinder der Region vor Noma schützen und ganz konkret eine drastische Senkung der Noma Fälle bzw. der Todesfälle wegen Noma erreichen.
4-Achsen-Modell sichert Nachhaltigkeit
Die Axen des Präventionsprogramms sehen wie folgt aus:
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Achse 1: Ausbildung der Krankenpfleger und Ärzte in den Gesundheitsstationen
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Achse 2: Ausbildung von traditionellen Heilern in den Dörfern, sowie von mobilen Krankenpflegern und Geburtshelferinnen
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Achse 3: Information und Sensibilisierung der Bevölkerung
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Achse 4: Aktive Suche nach an Noma erkrankten Kindern und deren medizinische Versorgung
ACHSE 1
Ausbildung der Krankenpfleger und Ärzte in den Gesundheitsstationen
Vorgehen:
Kaskadenartiges Informations- und Ausbildungsprogramm: ausgehend von den nationalen Ausbildern werden regionale Ausbilder geschult. Diese vermitteln wiederum den Gesundheitsagenten auf lokaler Ebene elementares Präventionswissen.Die regionale Ausbilder sind Fachexperten in allen Bereichen, die mit Noma in Verbindung stehen: Ernährungswissenschaft, Pädiatrie, Zahnmedizin, etc. So wird sichergestellt, dass ein fundiertes und ganzheitliches Wissen über Noma vermittelt wird.
4 Ausbildungen à 30-40 Gesundheitsagenten (2 pro Gesundheitsstation), heißt 152 Gesundheitsagenten. Hier handelt es sich um Krankenpfleger und Ärzte.
Inhalt der Ausbildung:
- Allgemeinwissen über Noma (Definition, Ursache, Ausbreitung der Krankheit, etc)
- Die unterschiedlichen Verlaufsstadien von Noma
- Erste Anzeichen von Noma
- Anzeichen des medizinischen Notfalls
- Medizinische Versorgung
- Prävention von Noma
- Verwendung eines Dummies, um das Waschen der Zähne zu illustrieren
Verwendung der Bilder-Box
ACHSE 2
Ausbildung von traditionellen Heiler in den Dörfern, sowie mobile Krankenpfleger und Geburtshelferinnen
Vorgehen:
38 Ausbildungen à max. 40 Personen. Hiermit werden 150 mobile Krankenpfler und Geburtshelferinnen, sowie 1300 traditionelle Heiler (zwei pro Dorf) ausgebildet.
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Die traditionellen Heiler wohnen selber in den Dörfern und werden als erster Kontakt für alle möglichen Fragen rund um die Gesundheit, bzw. Krankheiten von der Bevölkerung wahrgenommen. Im Burkina Faso ist die traditionelle Medizin und die Struktur mit den traditionellen Heilern von großer Bedeutung. Deshalb arbeitet das Gesundheitsministerium eng mit ihnen zusammen. Zudem bleiben die Heiler meist für ihr ganzes Leben fest in den Dörfern angesiedelt und verankert. So bleibt das Wissen über Noma auch über Generationen erhalten.
Die mobilen Krankenpfleger, sowie die Geburtshelferinnen arbeiten für die Regierung in den Gesundheitsstationen. Die Krankenpfleger gehen in die Dörfer auf die Bevölkerung zu, um Inhalte der Präventionsprogramme zu vermitteln. Die Geburtshelferinnen sind sehr oft die Kontaktpersonen der Mütter, bzw. der schwangeren Frauen. Da die Mütter sich um die Hygiene im Haushalt und die Ernährung der Kinder kümmern, ist es ganz wichtig sie über einen direkten Kontakt auf die Ursachen von Noma aufmerksam zu machen. Denn die Babys und kleinen Kindern sind aufgrund der Verwundbarkeit Ihres Immunsystems am stärksten von Noma gefährdet.
Inhalt der Ausbildung:
- Allgemeinwissen über Noma (Definition, Ursache, Ausbreitung der Krankheit, etc)
- Die unterschiedlichen Verlaufsstadien von Noma
- Erste Anzeichen von Noma
- Anzeichen des medizinischen Notfalls
- Medizinische Versorgung
- Prävention von Noma
- Verwendung eines Dummies, um das Waschen der Zähne zu illustrieren
Verwendung der Bilder-Box
ACHSE 3
Information und Sensibilisierung der Bevölkerung
Vorgehen:
Direkte Sensibilisierung der Bevölkerung durch unterschiedliche interaktive Maßnahmen (Animationen mit Gewinnspielen an Markttagen, Filmprojektion, Radioproduktion und Sendungen, Theateraufführungen, etc.).
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Hier geht es darum der Bevölkerung erstmals klar zu machen, dass Noma eine Krankheit ist, die weder ansteckend, noch einfach heilbar ist. Da viele heimische Stämme die körperlichen Entstellungen, wie sie durch Noma entstehen, als Fluch betrachten und die Betroffenen aus Scham verstecken und verstoßen, ist es besonders wichtig, dieses Tabu durch Aufklärungsarbeit zu brechen. Aufgrund der hohen Analphabetenquote von rund 80 Prozent in der Bevölkerung, werden spezielle Konzepte, wie zum Beispiel Theateraufführungen, entwickelt. So soll den Menschen eine Alternative zur schriftlichen Informationsübermittlung geboten werden.
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In 50 ausgewählten Dörfern werden die oben genannten Maßnahmen durchgeführt, die neben Noma noch weitere Inhalte zu den Bereichen Krankheiten, Hygiene und Ernährung thematisieren.
Inhalt der Sensibilisierungsmaßnahmen:
- Schwangerschaft
- Impfungen
- Ernährung von Babies und Kindern
- Durchfall
- Zahn-Hygiene
- Malaria
- Hygiene Verhalten
- Fieber
ACHSE 4
Aktive Suche nach Noma Fällen und medizinische Versorgung
Vorgehen:
Aufgrund der bescheidenen Lebensverhältnisse als eines der ärmsten Länder der Welt ist auch die Infrastruktur, insbesondere im Sahel, sehr dürftig. Ohne Geld und öffentlichen Nahverkehr gibt es so gut wie keine Transportmöglichkeit für die Dorfeinwohner in die nächste Gesundheitsstation oder gar ins Krankenhaus. Die Mehrheit der Bevölkerung muss mehr als fünf km zu Fuß laufen, um selbst oder mit ihren Kindern zu einer Gesundheitsstation zu gelangen. Im District von Sebba sind es für 52 % der Bevölkerung sogar mehr als zehn km.
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Um an Noma erkrankte Kinder retten zu können, bzw. ihn gravierenden Verletzungen und Folgeschäden zu ersparen, spielt die Zeit in der Behandlung eine große Rolle. Je eher die Krankheit erkannt und behandelt wird, desto geringer sind die köperlichen und psychischen Auswirkungen auf das Kind. Bei frühzeitiger Behandlung können Folgeschäden sogar komplett vermieden werden.
Maßnahmen zur Verbesserung von Kommunikation und Transport
- Installation einer „Freephone-Telefonnummer“, deren Nutzung über unterschiedliche Wege (siehe Aktivitäten der Axe 3, lokales Radio,…) kommuniziert wird.
- Vergabe von Incentives, um die aktive Meldung von Noma Fällen zu entlohnen und dazu zu motivieren.
- Übernahme der Transportkosten zur Gesundheitsstation und ggf. zum Krankenhaus.
- Übernahme der Kosten bei medizinischer Versorgung (Antibiotika und Supplementierung im Fall von Unterernährung).
- Weiterleitung der schweren Noma Fälle zum Krankenhaus von Dr. Zala, wo europäische Chirurgen in zwei OP-Räumen mit westlichen Standard operieren können.
- Diese Kosten werden nicht vom Präventionsprogramm getragen. Dafür werden Partnervereine wie "Sentinelles" oder "Persis Valais" kontaktiert, um dies zu übernehmen.
Präventionsprogramm Sahel
Aufklärung auf breiter Ebene
Mit Bildern über Noma aufklären
Wie erkennt man erste Anzeichen
der Krankheit?
Schulung von Gesundheitsagenten
Ganzheitliches Wissen über NOMA
traditioneller Heiler in Burkina Faso
Schulung
Langzeitfolgen von NOMA
Aufklärung und Sensibilisierung
Ernährungsberatung
Aktive Suche nach NOMA-Fällen
Hilfe beim Krankentransport
medizinische Versorgung
Operationen mit hohen Standards




